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Secretary General of the Wittgenstein Initiative

Ludwig Wittgenstein: Von der Fliege im Fliegenglas

Der Philosoph ist ein Fixpunkt, wenn Wien 2018 die Moderne groß feiert.

Kurier, 17. Juli 2017, Werner Rosenberger

Spurensuche im hohen Norden nach dem vielleicht bedeutendsten österreichischen Denker des 20. Jahrhunderts. Einem Mann von besonderem Ruf, über dessen Ankunft in Cambridge John Maynard Keynes Anfang 1929 sagte: “Gott ist angekommen. Ich traf ihn im Fünf-Uhr-Fünfzehn-Zug.”

Exzentrisch

Ludwig Wittgenstein (1889– 1951), Millionenerbe eines schwerreichen Stahlindustriellen, ein Grübler und Zweifler, ein Sonderling, der mit Schafen und Kühen sprach, kein verrücktes Genie, aber ein hypersensibler, innerlich zerrissener und zeitweise depressiver Mensch.

“Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen” sei das Ziel seiner Philosophie, so Wittgenstein. Sein Credo war: “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.” Wittgenstein… Foto: KURIER/Werner Rosenberger

Österreich in Norwegen

Norwegen war für ihn das Land der Ruhe und der Zuflucht. Die erste Urlaubsreise 1913 brachte ihn auf die Idee, dort für einige Zeit zu bleiben, um an seinen philosophischen Theorien zu arbeiten und dem für ihn belastenden Universitätsalltag zu entfliehen.

Und dass Österreich im Südwesten Norwegens am Ende des mehr als 200 Kilometer langen Sognefjord liegt, kam so: Dort hatte sich der Philosoph mit dem übergroßen Bedürfnis nach Einsamkeit rund 30 Meter über dem See Eidsvatnet gegenüber von Skjolden, einem 300-Seelen-Dorf, nach eigenen Plänen ein Holzhaus bauen lassen.

Die Ortsbewohner nannten das Refugium Østerrike: “Österreich”. Er genoss den “stillen Ernst” der norwegischen Fjordlandschaft und arbeitete dort, fernab des Universitätsbetriebs, außer an den “Philosophischen Untersuchungen” vor allem an seiner Logisch-Philosophischen Abhandlung: Das Werk, 1921 erschienen, erlangte unter dem Titel “Tractatus logico-philosophicus” Weltruhm und beeinflusste zahlreiche Werke der Literatur, Musik, Malerei, Architektur und des Films.

In Skjolden, 2500 km von Wien, 350 km von Oslo und 250 km von Bergen entfernt, wo es übrigens an der Universität eine Wittgenstein-Forschungsstelle gibt, lebte er als Einsied- ler asketisch und spartanisch. Nur einmal in der Woche ruderte er mit dem Boot von seinem Haus über den See ins Dorf zum Einkaufen. Im Winter ging er in Schneeschuhen über den gefrorenen See.

“Als ich übrigens in Norwegen war, im Jahre 1913-14, hatte ich eigene Gedanken, so scheint es mir jetzt wenigstens”, schrieb der oft von Selbstzweifeln geplagte Wittgenstein. “Ich meine, es kommt mir so vor, als hätte ich damals in mir neue Denkbewegungen geboren (aber vielleicht irre ich mich). Während ich jetzt nur mehr alte anzuwenden scheine.”

Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Und prägte den viel zitierten Satz: “Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.” Die vordringlichste Aufgabe der Philosophie müsse es sein, unsere Sprache und ihre Funktionsweise zu verstehen. Denn so verstehen wir zugleich, was über die Welt überhaupt zu verstehen ist.

Wittgensteins große Bedeutung vor allem außerhalb der akademischen Zirkel auf Kunst und Kultur werde noch immer unterschätzt, heißt es in Fachkreisen.

Und Wittgenstein selbst fand: “Die Arbeit an der Philosophie ist – wie vielfach die Arbeit in der Architektur – eigentlich mehr die/eine Arbeit an Einem selbst. An der eigenen Auffassung. Daran, wie man die Dinge sieht (Und was man von ihnen verlangt).”

Sigmund Freud hat schon ein Museum und Arnold Schönberg ein Center in Wien. “Wie sie soll hier in Zukunft auch Wittgenstein sichtbar, greifbar und präsent sein”, wünscht sich Radmila Schweitzer von der Wittgenstein-Initiative.

Tractatus-Odyssee

“Ein erster Schritt dazu wäre – mit Zugang zu allen Quellen weltweit – eine permanente Ausstellung, die eventuell auch nach Norwegen und England exportiert werden könnte. Möglichst mit Unterstützung von der Stadt Wien und dem Bund.”

2018 feiert Wien die Moderne unter dem Motto “Schönheit und Abgrund”. Denn 100 Jahre zuvor starben mit Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser vier Protagonisten der Wiener Moderne.

Aber neben anderen Persönlichkeiten wird auch Wittgenstein im Mittelpunkt einer Ausstellung stehen: “Die Tractatus-Odyssee” (15.10. bis 30. 11. 2018) im “Haus Wittgenstein”, seit 1975 im Besitz der Republik Bulgarien und Heimat des Bulgarischen Kulturinstituts, wird das Leben des Philosophen mit Originaldokumenten und die Entstehung des Tractatus sowie dessen Wirkung auf die Kulturgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts nachzeichnen.

Links: www.wittgenstein-initiative.com www.wittgenstein-foundation.com www.wienermoderne2018.info www.haus-wittgenstein.at

Interview

Die seltsame Reise des Wittgenstein-Häuschens

“Die Logik ist ein Hund”. Für den Philosophen lag Österreich an einem norwegischen Fjord.

Wo geht’s hier zum Genie? Ein hölzerner Wegweiser mit der Aufschrift “Wittgenstein” schickt uns in den Wald und dann einen steilen Abhang hinauf. Und oben weht ein rot-weiß-roter Wimpel.”Immer wenn Wittgenstein hier in seinem Häuschen mit dem fantastischen Blick in die Natur, Berge, Wälder und Wasserfälle, aber in totaler Abgeschiedenheit arbeitete”, erzählt der Lokalhistoriker Harald Vatne in Skjolden, “dann sagten die Dorfbewohner: Der Philosoph ist in Österreich.’”

“Unglaublich”, sagt Kjetil Trædal Thorsen, Mitbegründer des weltweit aktiven Architekturbüros Snøhetta, “er hat sich eine Stelle ausgesucht, wo es neben der Vertikale der Berge zwei Horizonte gibt, die Oberflächen des Sees, aber auch des Fjords.”

Wittgenstein… Foto: KURIER/Werner Rosenberger Harald Vatne – für Wiederaufbau vom Haus in Østerrike am Fjord

1950 war Wittgensteins letzter Besuch in Skjolden am Ende des malerischen Lustrafjords. Eigentlich hatte er vor, sich längere Zeit in Norwegen niederzulassen, aber bereits ein Jahr später starb er. Sein etwa acht mal acht Meter großes Holzhäuschen in Østerrike am Fjord hatte er einem Einheimischen geschenkt. Der holte es ein paar Jahre später vom Hang, wo heute nur noch das Steinfundament übrig ist, und ließ es am Ortsrand wieder aufstellen. Wo es bis heute steht.

“Der Originalzustand ist zu 90 Prozent erhalten”, sagt Vatne. Ohne Balkon, aber dafür mit Eternitverkleidung steht das Haus jetzt da. Sogar die Originalfenster sind noch in einem Schuppen gelagert.

Wo einer einmal die Gesetze der Logik lösen wollte, gehorchen Vatnes Pläne einer durchaus eigenen Logik. Mit Lokalpolitikern und Philosophen der Uni Bergen, unterstützt von Schriftstellern wie Jon Fosse und Jostein Gaarder, soll das Häuschen bereits 2018 wieder dort errichtet werden, wo es einst stand. Auf dass dann die Welt dorthin komme, wohin Wittgenstein dem eitlen Getriebe der Welt entfloh.

zum KURIER ARTIKEL

Buchpräsentation Marjorie Perloff EDGE OF IRONY

Dienstag, 26. September 2017, 19 Uhr
Grillparzerhaus (Literaturmuseum), Johannesgasse 6, 1010 Wien

Modernism in the Shadow of the Habsburg Empire

Karl Kraus, Ludwig Wittgenstein, Joseph Roth, Robert Musil, Elias Canetti, Paul Celan

Marjorie Perloff in Gespräch mit Christoph Limbeck-Lilienau (Universität Wien)
Um Anmeldung unten wird gebeten.
Eintritt: freiwilliger Unkostenbeitrag.

Among the brilliant writers and thinkers who emerged from the multicultural and multilingual world of the Austro-Hungarian Empire were Joseph Roth, Robert Musil, and Ludwig Wittgenstein. For them, the trauma of World War I included the sudden loss of the geographical entity into which they had been born: in 1918, the empire was dissolved overnight, leaving Austria a small, fragile republic that would last only twenty years before being annexed by Hitler’s Third Reich. In this major reconsideration of European modernism, Marjorie Perloff identifies and explores the aesthetic world that emerged from the rubble of Vienna and other former Habsburg territories—an “Austro-Modernism” that produced a major body of drama, fiction, poetry, and autobiography.

Perloff explores works ranging from Karl Kraus’s drama The Last Days of Mankind and Elias Canetti’s memoir The Tongue Set Free to Ludwig Wittgenstein’s notebooks and Paul Celan’s lyric poetry. Throughout, she shows that Austro-Modernist literature is characterized less by the formal and technical inventions of a modernism familiar to us in the work of  Joyce and Pound, Dada and Futurism, than by a radical irony beneath a seemingly conventional surface, an acute sense of exile, and a sensibility more erotic and quixotic than that of its German contemporaries. Skeptical and disillusioned, Austro-Modernism prefers to ask questions rather than formulate answers.

Prof. Dr. Marjorie Perloff, born in Vienna as Gabriele Mintz, is Professor Emerita of English at Stanford University and at the University of Southern California, Elected Fellow of the American Academy of Arts and Sciences and the American Philosophical Society. She is author of, a.o. Wittgenstein’s Ladder and The Vienna Paradox.

Wittgenstein in Norway’s Østerrike

Der Standard, 2. Juni 2017

Østerrike über dem Fjord: In einem Kaff in Norwegen schrieb der große Philosoph einige seiner wichtigsten Texte Österreich heißt auf Norwegisch Østerrike. Für die Bewohner eines kleinen, eher abgelegenen Dorfs in Norwegen ist damit freilich nicht nur ein kleines Land in Mitteleuropa gemeint, sondern ein ganz besonderer Ort in ihrer unmittelbaren Nähe. Um dorthin zu gelangen, ist freilich eine längere Reise vonnöten, die man am besten in der Stadt Bergen an der Südwestküste Norwegens beginnt. –

Weiterlesen:

 

Wittgenstein in Norwegen: Welcher Weg führt zum Genie?

Wer auf Wittgensteins Spuren wandert, kann nicht nur Logik lernen: In der Welt des Philosophen lag Österreich an einem Fjord.
Clemens Panagl, Salzburger Nachrichten, 22.5.2017

SKJOLDEN. Der Weg zur Erkenntnis ist steinig. Und er ist stellenweise ziemlich schmal. „Aber allzu leicht sollten es sich die Besucher ja auch gar nicht machen“, erläutert Harald Vatne. Der Lokalhistoriker führt eine Besuchergruppe durch ein Waldstück nahe dem Örtchen Skjolden. Mitten in Norwegen, am Endpunkt des längsten Fjordes von Europa, liegt die Gemeinde. Hinter den Häusern von Skjolden ruht ein kleiner See, begrenzt von steil abfallendem Wald. Und mitten im Wald weht eine österreichische Fahne.

ZUM ARTIKEL

Ludwig Wittgenstein und Adolf Loos: Formen der Wiener Moderne AUSVERKAUFT/SOLD OUT

Freitag, 12. Mai 2017, 18:30 Uhr
BKI “Haus Wittgenstein”, Galerie-Parterre Saal
Parkgasse 18, 1030 Wien

Podiumsgespräch mit anschließender Diskussion
Eintritt frei, um Anmeldung unten wird gebeten.

Form, Experience, and Meaning:
Wittgenstein and Loos as Architects

Christopher Long
School of Architecture, University of Texas at Austin

 In recent years, several prominent architectural historians and cultural critics have observed that the similarities between the architectural works of Adolf Loos and Ludwig Wittgenstein’s villa for his sister Margaret Stonborough-Wittgenstein on Kundmanngasse in Vienna are mostly superficial—that both spatially and formally Loos’s houses and Wittgenstein’s design are, in fact, very different. This is unquestionably correct, but there are important shared features in their works that at first glance are not readily apparent. This is especially true when one begins to examine the ways in which their buildings functioned and the underlying strategies that informed each man’s choices. For if their houses were manifestly different, they were informed by closely related modes of thinking. In this lecture, Christopher Long probes how Wittgenstein and Loos shared essential assumptions that shaped their idiosyncratic approaches to building.

Dr. Christopher Long is University Distinguished Teaching Professor in the School of Architecture at the University of Texas at Austin. He has published widely on modern architecture and design in Central Europe and the United States. His books include Josef Frank: Life and Work (2002), The Looshaus (2011), Kem Weber: Designer and Architect (2014), and The New Space: Movement and Experience in Viennese Modern Architecture (2016).

Prof. Allan Janik (Universität Innsbruck)
Autor von Wittgensteins Wien und Wittgensteins Wien Revisited, Projektleiter der Wittgenstein und Paul Engelmann-Projekte des Brenner Archivs Innsbruck.

Egon Schiele in the Light of the Philosophy of Ludwig Wittgenstein and the Theory of Musical Composition of Arnold Schönberg

ETHICS AND AESTHETICS ARE ONE. EGON SCHIELE IN THE LIGHT OF THE PHILOSOPHY OF LUDWIG WITTGENSTEIN AND THE THEORY OF MUSICAL COMPOSITION OF ARNOLD SCHÖNBERG

by Carla Carmona

The question of the limits of language is deeply connected to one of the pillars of modern art, that is, the desire to extend the formal possibilities of an artistic medium. One could read under that light the relationship between the ready-made and modern sculpture. As Hermann Broch pointed out, the development ought to take place from within the medium itself:

ALL ART STRIVES FOR THE EXTENSION OF ITS MEDIUM. THAT END MUST ALSO BE ITS FULFILLMENT; IT MUST GIVE ART ALL ITS METHODS. THE WORK OF ART CAN ONLY FOLLOW THE LAW OF INNER NECESSITY . . . IN THAT LAW LIES [ITS] UNITY . . . BALANCE . . . [AND] UNIVERSALITY. . . . STYLE, THE CONCISE EXPRESSION OF BALANCE, WILL [THUS] BE VANQUISHED AND WITH IT ORNAMENT.

This is precisely how the philosopher Ludwig Wittgenstein approached both ethics and language in the Tractatus Logico-Philosophicus. What appeared to be a treatise on logic was much more than that. Wittgenstein wrote that the purpose of the book was ethical and explained that it consisted of two parts, the written and the unwritten. Wittgenstein considered that the unwritten part was the most important. The key was the very thing that was missing in the text, and the gesture to keep quiet about it. One of the aims of the Tractatus was to delimit the field of ethics, and that could only be done from within. Wittgenstein thought he had settled those limits by precisely remaining silent about ethical issues. His demarcation between the world of facts and the world of value intended to make clear that logic, and consequently philosophy, could only deal with facts. The language of logic could not go further than that, and thus the world of value – that is, of ethics – was out of its reach. Facts belonged to the realm of saying, and value to that of showing. There were certain things that could only be shown, and art was an appropriate path toward that domain.

Read the full essay: Egon Schiele Symposiumsband 120-133

Carla Carmona is a professor of philosophy at the University of Extremadura in Spain. She specializes in aesthetics, philosophy of language and fin de siècle Vienna. She has published numerous articles on the paintings and the worldview of Egon Schiele, as well as the thought of Ludwig Wittgenstein and its aesthetic dimension. In recent years she has also dedicated herself to the study of aesthetic and political thought by Peter Sloterdijk. In 2014 she edited the Siruela Voluntary Taxation and Citizen Responsibility. Her books include Egon Schiele’s pictorial idea: An essay on representational logic (Genueve Editions, 2012), On the tightrope of the eternal: On the hallucinated grammar of Egon Schiele (Cliff, 2013), Egon Schiele: Writings 1909- 1918 (La Micro, 2014), and Ludwig Wittgenstein: The Consciousness of the Limit (Library Discover Philosophy, The Country, 2015). Carmona is also editor of the Egon Schiele Jahrbuch.

Wir danken dem Leopold Museum für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.
Aus:
TAGUNGSBAND ZUM EGON SCHIELE-SYMPOSIUM IM LEOPOLD MUSEUM
29. und 30. September 2016, Leopold Museum, Wien
Herausgeber: Hans-Peter Wipplinger
ISBN 978-3-9504025-5-1

Egon Schiele’s Place in Wittgenstein’s Vienna

A dialogue between Allan Janik and Carla Carmona
30 September 2016, Leopold Museum

Carla Carmona:
I will begin with the remark that the Schiele-Wittgenstein connection is very important, not only for research on Schiele but also for research on Wittgenstein. I think that the connection makes Schiele appear as less of an expressionist and Wittgenstein’s philosophy seems to be closer to everyday human concerns, thus less intellectual, existential. I also think that the Schiele-Wittgenstein connection shows that much has to be done in both directions and would forge a closer link between philosophy and art.

Read more: Egon Schiele Symposiumsband 100-119

 

Wir danken dem Leopold Museum für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.
Aus:
TAGUNGSBAND ZUM EGON SCHIELE-SYMPOSIUM IM LEOPOLD MUSEUM
29. und 30. September 2016, Leopold Museum, Wien
Herausgeber: Hans-Peter Wipplinger
ISBN 978-3-9504025-5-1

Wittgenstein and Hegel – Reevaluation of Difference

June 28–30, 2017
TU Dresden, Germany

“Hegel seems to me to be always wanting to say that things which look different are really the same. Whereas my interest is in showing that things which look the same are really different.” (Recollections of Wittgenstein)

CALL FOR PAPERS
Some slots are reserved for contributed papers. There are no parallel sections. We invite submissions for a 30 minute presentation followed by a 20 minute discussion. Papers may be submitted on any issue falling within the conference theme. Please send an abstract in English or in German as attachment (about 500 words), prepared for multiple blind review, to alexander.berg75@googlemail.com by March 31, 2017.

CONFIRMED SPEAKERS
James Conant (Chicago)
Rico Gutschmidt (Chicago)
Bruno Haas (Dresden)
Herbert Hrachovec (Vienna)
Karl-Friedrich Kiesow (Hannover)
David Kolb (Bates College)
Ingolf Max (Leipzig)
Aloisia Moser (Linz)
Ludwig Nagl (Vienna)
Thomas Rentsch (Dresden)
Pirmin Stekeler-Weithofer (Leipzig)

ORGANIZED BY
Alexander Berg (TU Dresden)
Jakub Mácha (Masaryk University Brno)
Louisa Frintert (TU Dresden)
Marco Kleber (TU Dresden)
Alexander Romahn (University of Leipzig)

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Ludwig Wittgenstein: Certainty, Limits and Animality. Symposium June 2017

On the Writings of the Later Wittgenstein

An international symposium on the philosophy of the later Wittgenstein will be held on June 8, 9 and 10th 2017 at the Faculty of Philosophy and the Humanities of Caceres at the University of Extremadura. The conference will examine the fundamental aspects of the problems discussed in On Certainty, such as the issues regarding the concept of certainty or the role that the animal plays in man and its relationship to language. The concept of limit in Wittgenstein’s work will also be addressed, and in particular how it relates to the animality of the human being.

CALL FOR PAPERS
Those interested in participating with a paper can send the definitive article (max. 2500 words) accompanied by a brief abstract (150 words) until February 28, 2017 to the following email address: carlacarmonaescalera@gmail.com.

Those who have not completed the article by then can send a long abstract of about 1200 words accompanied by an abstract of about 150 words by the same date.

Papers are accepted in Spanish, English, Italian and Portuguese. The brief abstract should be sent in English and in the language in which the paper will be given.

Invited speakers:
Isidoro Reguera, Universidad de Extremadura
António Marques, Universidade Nova de Lisboa
Juan José Acero, Universidad de Granada
Chon Tejedor, University of Hertfordshire
Nuno Venturinha, Universidade Nova de Lisboa
Luigi Perissinotto, Università Ca’Foscari

Organizers:
Carla Carmona (Universidad de Extremadura), David Pérez (Universidad de Zaragoza), Vicente Sanfélix (Universidad de Valencia).

Scientific committee:
Luis Arenas (Universidad de Zaragoza), Manuel de Pinedo (Universidad de Granada), Antoni Defez i Martí (Universitat de Girona), Óscar González-Castán (Universidad Complutense), Nicolás Sánchez (Universidad de Valencia) y Stella Villarmea (Universidad de Alcalá de Henares).

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WITTGENSTEIN KOMPLETT: sein Nachlass

Do, 15. Dezember 2016, BKI “Haus Wittgenstein”

Podiumsdiskussion

Max Hadersbeck (München), Allan Janik (Innsbruck), Michael Nedo (Cambridge), Alois Pichler (Bergen),  Nuno Venturinha (Lissabon)
Moderation: Herbert Hrachovec (Wien)

Welche Bedeutung haben Wittgensteins philosophischer Nachlass und seine Korrespondenz für die heutige Kulturwelt und in welchen Formen werden sie herausgegeben: Buchform, elektronische Medien oder durch interaktive dynamische Präsentationen?

Nach seinem Tod 1951 hinterließ Ludwig Wittgenstein einen philosophischen Nachlass von rund 20.000 Seiten. Abgesehen vom Tractatus waren diese Papiere unveröffentlicht und weitgehend unbekannt. Das Ausmaß des Materials war auch für Wittgensteins Freunde überraschend. Ihr Erstaunen war noch größer, als sie erfuhren, dass Wittgenstein weitere Papiere zerstört hatte. Die Originalmanuskripte und Typoskripten werden heute an verschiedenen Orten aufbewahrt: in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, in der Bodleian Library in Oxford und im Bertrand Russell Archive in Hamilton, Ontario. Der größte Teil befindet sich in der Trinity College Library in Cambridge.

“Doch kann nur der Künstler das Einzelne so darstellen daß es uns als Kunstwerk erscheint; jene Manuskripte verlieren mit Recht ihren Wert wenn man sie einzeln und überhaupt wenn man sie unvoreingenommen, das heißt ohne schon vorher begeistert zu sein, betrachtet.”
Ludwig Wittgenstein, MS 109, Seite 29